SHIVAAUGE - WISSEN
Das Shiva Auge - Entstehung, Schmuck und Verarbeitung
Viele kennen das Shiva Eye wahrscheinlich, wenn sie eines sehen, würden es allerdings niemals als solches bezeichnen, solange sie nicht wissen, was es eigentlich ursprünglich einmal war. Das Shiva Auge ist der Deckel, mit dem eine Muschel die Öffnung verschließt, um sich darin weiterzuentwickeln und sich gleichzeitig vor Fressfeinden und Gefahren zu schützen. Im Meer enthaltene Muscheln produzieren ein sogenanntes "Operculum", welches auf der Oberseite der Schneckenfüße getragen wird. Die meisten Schnecken dieser Art kommen innerhalb von besonderen Binnengewässern vor.
Das Shiva Eye hat ein paar nennenswerte Merkmale, die voneinander unterschieden werden. Es gibt insgesamt zwei Typen, die sich darin unterscheiden, wie dick und groß das Shiva Auge ist. Die Strukturen sind mehrschichtig und haben eine hornige Basis sowie eine kalkige Schicht, die sich manchmal zu einer Spirale entwickelt und Rillen enthält. Der andere Typ besitzt weniger kreisende Merkmale und ist nur einschichtig. Der erstere Typ ist beim Shiva Auge und dem daraus entstandenen Schmuck besser zu verarbeiten und daher öfter in der Verwendung als der andere Typ. In dem verwendeten Material ist aus dem vorhandenen Kalk ein Aragonit-Gestein geworden. Dieses wird auch bei der Herstellung von Perlen verwendet und besteht aus Kalziumkarbonat. Beim Tragen wirkt das Aragonit sehr beruhigend und hilft bei Nervosität und Müdigkeit.
Im natürlichen Kreislauf des Lebens wirft die Schnecke bei ihrer Entwicklung oder ihrem Ableben den Kalkdeckel einfach ab, welcher dann im Flachwasser oder am Strand zu finden ist. Jene, die am Strand gefunden werden, sind zur Herstellung von Schmuck jedoch meistens nicht mehr zu gebrauchen, da sie oftmals Schäden aufweisen. Daher ist das Heraufholen des Shiva Auge für Taucher eine große Aufgabe. Denn diese holen das Shiva Eye direkt vom Meeresgrund.
Bekannt wurde das Shiva Eye als Schmuck bei der Verarbeitung von einheimischen Sammlern, welche das Shiva Auge zu entsprechendem Schmuck verarbeiteten. Sammler, die in den Gewässern tauchen und ihre Stücke noch in der freien Natur finden, erhalten oftmals weitaus größere Exemplare als diejenigen, die gezüchtet und zum Schmuck verarbeitet werden. Aber auch die Sammler versuchen zeitweise, die guten Stücke zu Geld zu wandeln, indem sie besonders seltene Stücke verkaufen. Extrem selten sind dabei die Steine, deren Spirale statt rechts herum, links herum verläuft oder besondere Farben besitzen.
Im Bezug auf die Handelsbezeichnungen ist das Shiva Eye auch unter anderen Namen bekannt. So heißt sie beispielsweise auch gerne "Buddhas Auge", "Katzenauge" oder "Tigerauge". Den Legenden zufolge trägt sie auch manchmal den Namen "Das Geld der Meerjungfrauen". Je nach Land hat das Shiva Auge auch ganz eigene Bezeichnungen. In Italien nennt man sie "Meeresaugen", in Griechenland "Naxosauge".
Die Gewinnung des Shiva Eye zur Herstellung des Schmucks erfolgt normalerweise nicht in Zuchtstationen. Eher muss jedes einzelne Shiva Eye vom Meeresboden heraufgeholt werden. Das Shiva Eye für die Schmuckherstellung wird zumeist in den Küstenabschnitten Papuas oder auch in der entlegenen Südsee gefunden. Native Stämme liefern bis heute ein paar ganz wunderbare Rohmaterialien, die später zu dem Schmuck weiterverarbeitet werden, den man kennt. Ohr- oder Fingerringe sind keine Seltenheit. Ebenso gerne wird das Shiva Eye aber auch als Anhänger an der Halskette verwendet, wobei es hier speziell zugeschliffen wird, um in die Fassung zu passen. Eine leichte Polierung ist gewöhnlich, eine Lackierung eher nicht.
Das Shiva Eye kennen zudem sehr viele Menschen aus dem Bereich der Esoterik oder dem einfachen Schmuckhandel, der den Rohstoff wegen seiner schönen Optik gerne verwertet. Innerhalb der Esoterik wird das Shiva Eye gerne als "drittes Auge" bezeichnet und hat im hinduistischen Glauben seine Wurzeln, wo diese für die Fruchtbarkeitsgöttin Shiva stehen. Ein solches Symbol schützt vor bösen Kräften und verleiht dem Träger dank der kontinuierlich verlaufenden Spirale eine stetige Bewegung und Entwicklung.
Die Verarbeitung vom Shiva Auge erfordert ein hohes Maß an Präzision, weswegen mit besonderen Werkzeugen gearbeitet werden muss. Deswegen wird der zunächst sehr trübe und dumpf beschichtete Stein mit einem Diamantwerkzeug bearbeitet, um nach etwa 20 Arbeitsstunden in etwa das zu erhalten, was man später zu einem Schmuckstück verarbeiten kann. Des Weiteren wird dabei die Federstruktur auf der Vorderseite vom Shiva Auge und die Spirale der Rückseite besonders vorsichtig mit einem speziellen Sandpapier bearbeitet. Der Rand muss geebnet werden, damit keinerlei Verletzungsgefahr besteht. Anschließend kerbt man die Vorrille ein, um das Stück passend für die Fassung zu machen. Hierbei arbeiten die meisten Hersteller mit Zahnarztwerkzeugen. Feinste Diamantpaste wird beim nächsten Schritt verwendet, um die Farbqualität und -intensität zu fördern. Meistens wird das Shiva Auge danach in 925er Sterlingsilber gefasst oder mit Lederbändern versehen. Dies gibt dem Schmuckstück ein besonders hübsches Aussehen.
Die wunderbarste Eigenschaft, die ein Shiva Auge besitzt, ist seine Wandelbar- und Vielseitigkeit. Denn je nach Farbe und Form lassen sich die Schmucksteine hervorragend zu den entsprechenden Schmuckstücken verarbeiten. Auch Sonderwünsche und dergleichen sind bei der Herstellung kein Problem und können ohne Weiteres umgesetzt werden. Breit gefächerte Spektren der Schmuckherstellung sind möglich. Ganz gleich, was man sich dabei vorstellen mag. Ohrschmuck, Bauchketten, Piercings - das Shiva Eye deckt alle Wünsche im Bereich des möglichen ab.
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